Am 7. November findet beim RAL in Sankt Augustin die Gründung der RAL Gütegemeinschaft Brennholz e.V. statt. Das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) und der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) hatten am 6. September in Sankt Augustin über das neue RAL-Gütezeichen Brennholz informiert. Das RAL-Gütezeichen Brennholz wurde im Oktober letzten Jahres vom GD Holz beantragt und eine Arbeitsgruppe der Fachabteilung Rohholzhandel hatte bereits vorläufige Güte- und Prüfbestimmungen für Brennholz erarbeitet.
Warum ein RAL-Gütezeichen Brennholz?
In 2006 gab es einen Boom des Brennstoffs Holz. Brennholz bzw. Kaminholz zu vermarkten war in dieser Zeit relativ einfach, die Kunden haben den Händler gesucht, es gab einen ausgeprägten Verkäufermarkt. Der GD Holz verzeichnete in dieser Zeit einen rasanten Anstieg an Briefen und E-Mails von verunsicherten Verbrauchern, die mit dem Maß und mit der Qualität von gekauftem Brennholz unzufrieden waren. Die starke Nachfrage nach Informationen zeigte außerdem, dass dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. im Sortiment Brennholz vom Endverbraucher Vertrauen entgegengebracht wird. Der Endkunde setzt auf die Sachkompetenz des Holzhandels und wendet sich an seine Organisationen. Dieser Vertrauensvorschuss und bisher fehlende Normenwerke haben die Fachabteilung Rohholzhandel dazu bewogen, die Initiative für ein Gütezeichen Brennholz zu ergreifen und dem entgegengebrachten Vertrauen nachzukommen. Ziel war es von Anfang an in der Arbeitsgruppe, ein Prämiumprodukt im Energieholzsektor zu kreieren, das der Holzfachhandel mit seiner Beratungskompetenz für seinen Vertriebsweg nutzen kann. Die Initiative wurde von Rohholzhändlern der Fachabteilung Rohholzhandel getragen, die in den letzten Jahren ihre Aktivitäten im Brennholzsortiment verstärkt haben.
Das Interesse der Öffentlichkeit am Thema Brennholz ist ungebrochen. Der GD Holz verzeichnet immer wieder Anfragen von regionalen Zeitungen, Fachzeitschriften und auch regionalen Fernsehsendern zum Thema Energieholz und speziell Brennholz. Einer Initiative zur Gütesicherung von Qualitätskriterien für Brennholz bzw. Kaminholz dürfte daher die öffentliche Aufmerksamkeit sicher sein. Die Vorteile eines RAL-Gütezeichens können in diesem Zusammenhang optimal ausgespielt werden. Das RAL-System mit Fremdüberwachung und Sanktionierung von Fehlverhalten nimmt einen vorderen Platz im Feld seriöser Kennzeichnungssysteme ein und dürfte daher auf ein erhöhtes Verbrauchervertrauen treffen. Die Zielgruppe für das geplante Gütezeichen Brennholz ist dementsprechend auch der Endverbraucher und das Gütezeichen soll als Marketinginstrument für ein hochwertiges Energieprodukt dienen.
Der Weg zum Gütezeichen
Am Ende einer erfolgreichen Gütesicherung steht immer die Gründung einer Gütegemeinschaft, die als selbstständiger Verein das Zeichen vertritt und die Güte- und Prüfbestimmungen erarbeitet. Die Gründung einer Gütegemeinschaft kann dabei während der Arbeit an den Güte- und Prüfbestimmungen erfolgen oder aber auch erst nach dessen Abschluss. Die Arbeitsgruppe beim GD Holz hat beschlossen, vor Abschluss der Arbeit die Gütegemeinschaft Brennholz e.V. bereits zu gründen, um das Zeichen auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Die erarbeiteten Güte- und Prüfbestimmungen dienen dabei als Arbeitsgrundlage für einen noch zu benennenden Ausschuss. Die Mitglieder der neuen Gütegemeinschaft Brennholz e.V. werden dabei diesen Prozess steuern, der GD Holz ist weiter bereit, die Kapazitäten einer funktionierenden Geschäftsstelle für diesen Prozess zur Verfügung zu stellen.
Was kostet die Mitgliedschaft in der Gütegemeinschaft Brennholz?
Für die Teilnahme an einem Gütezeichen Brennholz ist für einen Brennholzproduzenten oder Brennholzhändler natürlich der Mitgliedsbeitrag ein wichtiger Faktor. Grundsätzlich gilt natürlich, je mehr Mitglieder die Gütegemeinschaft hat, auf desto mehr Schultern lassen sich die fixen Kosten verteilen und der Beitrag kann niedriger ausfallen. Die Gütegemeinschaft Brennholz kann erst nach Gründung eine verbindliche Beitragsordnung verabschieden. Trotzdem lassen sich jetzt schon die Größenordnung des Beitrags abstecken. An fixen Kosten fallen der Beitrag an das RAL und das Betreiben einer professionellen Geschäftsstelle an. Unabhängig von der Mitgliederanzahl sind die Kosten für die Erstprüfung und die Kosten für eine jährliche Überwachung des einzelnen Gütezeicheninhabers von jeweils ca. € 500 zu veranschlagen. Auf Empfehlung des RAL soll die Fremdüberwachung von der Gütegemeinschaft organisiert werden und die überprüften Mitglieder zahlen die Kosten hierfür im Rahmen des Mitgliedsbeitrags. Wie in Wirtschaftsverbänden üblich wird auch die Gütegemeinschaft Brennholz in ihrer Satzung eine Beitragsordnung mit umsatzgestaffelten Beiträgen beschließen. Der niedrigste Beitrag dürfte dabei ohne Aufnahmegebühr und Erstprüfung bei rund € 1.000 liegen. Für die Gründung der Gütegemeinschaft sind 7 juristische Personen erforderlich, das können Einzelpersonen, Kaufleute oder Unternehmen sein. Verbände können keine ordentlichen Mitglieder einer Gütegemeinschaft sein, sie können nur fördernd ohne Mitbestimmungsmöglichkeit beitreten. Unternehmen, die Brennholz produzieren bzw. mit Brennholz handeln können an der Gründung der Gütegemeinschaft am 7. November 2007 teilnehmen, Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des GD Holz.
Tags: Kaminholz
Gibt es da überhaupt einen Unterschied, wird der Laie fragen. Ja de gibt es. Die Holzfeuchte wird in Normen definiert als der Quotient aus der Masse des Wassers in einem Holzkörper und dem Trockengehalt, also der absolut trockenen Masse des Holzkörpers. Hier die Formel:

Diese holzwirtschaftliche Definition ist in anderen Branchen allerdings eher unbekannt, sodaß der “Normalbürger” meist vom Wassergehalt oder dem relativen Wassergehalt ausgeht, der definiert sich aber aus dem Quotienten aus Masse des Wassers und Gesamtmasse des nassen Holzkörpers (incl. Wasser). Die Holzfeuchte kann, wie die Hölzernen wissen, über 100% betragen und zwar dann, wenn die Masse des im Holzkörper vorhandenen Wassers größer ist als die Trockenmasse des Holzkörpers. Der (relative) Wassergehalt ist allerdings immer kleiner als 100%.
Tags: Holz
UR POWER bietet günstige Alternative zu teueren Trocknungsanlagen
Holztrocknung ist eine aufwändige und kostspielige Prozedur. Wer nicht die Zeit bzw. die Fläche hat, um Bretter und Stämme jahrelang an der Luft austrocknen zu lassen, braucht eine professionelle Trocknungsanlage. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist dies eine große Investition, die gut durchkalkuliert sein will. Ihnen bietet die Firma UR POWER GmbH eine interessante Alternative: Im Herbst diesen Jahres wird der Betreiber von Pflanzenölkraftwerken an zwei Standorten Anlagen für die Holztrocknung errichten. Und das zu günstigen Konditionen, denn die Heizungsluft stammt aus der Prozesswärme der Pflanzenölkraftwerke.
Sowohl waldfrisches Brennholz als auch hochwertige Hölzer für die Möbelindustrie können dann in Calbe (Saale) bei Magdeburg und in Deersheim (Kreis Halberstadt) getrocknet werden. Zwei Container für die Trocknung von Brennholz und Hackschnitzel sowie zwei Trocknungskammern für hochwertige Hölzer werden an jedem der Standorte im Herbst den Betrieb aufnehmen. Insgesamt können an jedem Standort dann jährlich bis zu 20.000 m³ Holz getrocknet werden. Der besondere Vorteil liegt in der Kopplung der Anlage an die Pflanzenölkraftwerke, denn sie produzieren Wärme als Nebenprodukt. Diese günstige Kostensituation will die UR POWER GmbH an ihre Kunden weitergeben.
“Wir liefern zwar den größten Teil unserer Wärme direkt an unsere Endkunden, haben aber noch ca. 25 % freie Kapazitäten”, erläutert Ulrich Olde groote Beverborg, Geschäftsführer der ACR Calbe. Dieser Investitionsvorteil, die Nähe zur Holz verarbeitenden Industrie und die verkehrsgünstige Lage führten schließlich zu dem erweiterten Wärmenutzungskonzept. Es eröffnet dem Unternehmen ein neues Geschäftsfeld und verbessert zugleich den Wirkungsgrad der Kraftwerke “Daher können wir unsere Holztrocknungsanlagen zu einem Preis vermieten, der gerade für Mittelständler sehr interessant ist.”
Die Beschickung der Trocknungscontainer kann im 24-Stunden-Betrieb erfolgen. Jeder Container fasst bis zu 30 m³ an Holzschnitzeln pro Charge. Von einem Warmlufterzeuger wird die 60°C warme Trocknungsluft durch den Containerinnenraum geblasen. 12.500 m³ Warmluft fördert die Anlage in der Stunde, so dass der Trocknungsvorgang in Abhängigkeit von der Feuchtigkeit zwischen 4 - 6 Tage dauert.
Ebenso lange dauert auch der Trocknungsvorgang in den beiden Trocknungskammern. In isolierten Aluminiumkammern können sowohl Bretter, Bohlen oder Balken in Schichtpaketen, als auch Brennholz von einem Gabelstapler eingebracht werden. Sie sind mit großflächigen Wasser-Luft-Wärmetauschern ausgestattet, die mit Heißwasser aus dem Biokraftwerk versorgt werden. Ein computergesteuerter und kontrollierter Prozess reduziert den Wassergehalt des Holzes auf die gewünschte Endfeuchte. Ventilatoren in den Kammern sorgen dabei für eine gleichmäßige Luftströmung, ein Befeuchtungssystem verhindert zudem, dass das Holz beim Trocknen rissig wird oder sich verzieht.
Mit diesem Angebot richtet sich die UR POWER GmbH sowohl an Holzunternehmen ohne eigene Trocknungsanlagen als auch an Firmen, deren Trocknungskapazitäten nicht ausreichen. Auch Geschäftspartnerschaften mit einzelnen Großunternehmen der Holzbranche sind als Kooperationsmodell möglich. Für sie bietet sich UR POWER als kostengünstiger Wärmelieferant an.
Die UR POWER GmbH gehört mit 15 Megawatt installierter elektrischer Leistung zu den größten Einzelproduzenten von regenerativer Energie auf Pflanzenölbasis. Sie speist den Strom in die Netze der Energieunternehmen und bietet preiswerte Wärme für Gewerbebetriebe, Gemeindeeinrichtungen und Privathaushalte. Der Bereich Holztrocknung fügt sich nun in den Geschäftsbereich der Wärmevermarktung und ergänzt die Wärmenutzungskonzepte der einzelnen Standorte.
Tags: Holz
5. internationaler BBE/UFOP-Fachkongress für Biokraftstoffe am 26./27. November 2007 im Internationales Kongresszentrum Berlin ICC.
Der Bundesverband BioEnergie (BBE) und die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) veranstalten alljährlich den Internationalen Fachkongress für Biokraftstoffe “Kraftstoffe der Zukunft”, um mit Vertretern aus Wirtschaft,Wissenschaft und Politik die aktuellen Entwicklungen des Biokraftstoffmarktes in Deutschland und Europa zu diskutieren. Am 26. und 27. November 2007 treffen sich somit bereits zum fünften mal Entscheidungsträger aus der Biokraftstoffindustrie, der Landwirtschaft, der Mineralöl- und Automobilindustrie, dem Speditions- und Logistikgewerbe, aus Wissenschaft und Forschung sowie der Politik im ICC Berlin, um den künftigen Handlungsbedarf für den Ausbau des Biokraftstoffmarktes in Deutschland und Europa zu erörtern. Mit 900 internationalen Kongressteilnehmern aus über 40 Nationen in 2006 konnte sich der Fachkongress fest als europäische Leitveranstaltung zum Thema Biokraftstoffe und zentrale Plattform für den Erfahrungsaustausch der beteiligten Akteure etablieren.
Bis zum 16. März können noch Themen oder konkrete Vortragswünsche für den Fachkongress “Kraftstoffe der Zukunft 2007″ am 26./27.11.2007 mit beigefügtem “Call for Papers” dem Bundesverband BioEnergie (BBE) mitgeteilt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Sponsorings eine exklusive Ausstellungsfläche im Foyer des Veranstaltungsortes reservieren zu lassen. Interessensbekundungen nimmt die Geschäftsstelle des BBE gerne entgegen.
Der “Call for Papers” steht auf den Internetseiten des BBE unter www.bioenergie.de/kraftstoffe-der-zukunft.htm als Download zur Verfügung.
Tags: Veranstaltungen
Nachwachsende Rohstoffe auf Ausgleichsflächen
In Deutschland gehen jedes Jahr mehrere 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren, durch Baumaßnahmen, aber auch durch die anschließenden naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen - ein potenzieller Konfliktherd zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Zu entschärfen wäre er, wenn sich auf den Ausgleichsflächen nachwachsende Rohstoffe anbauen und die Flächen dadurch ökologisch aufwerten ließen. Zudem stünde damit mehr Platz für den Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung. Die Möglichkeiten eines solchen Mehrnutzungskonzeptes sowie die dafür geeigneten Anbaukonzepte untersucht nun das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Fachhochschule Trier bis Ende September dieses Jahres. Gefördert wird das Projekt von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Die heute gängige Naturschutzpraxis mit ihrer Schaffung von Ausgleichsflächen für bauliche Eingriffe in die Natur ist selbst unter Naturschützern umstritten. Sie hat mancherorts zu einem Flickenteppich von relativ beliebigen kleinen und Kleinstflächen geführt, die nach einer anfänglichen obligatorischen Pflegezeit häufig aus Kostengründen sich selbst überlassen bleiben. Chancen für eine konzeptionelle Bündelung und Abstimmung der Maßnahmen werden so verspielt. Aus Sicht der Landwirtschaft führt die Regelung zu einem doppelten Flächenverlust: Einmal durch die Baumaßnahme selbst, zum zweiten durch die Ausgleichsmaßnahme.
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzenproduktion gewinnt dieser Tatbestand zusätzlich an Bedeutung.
Eine Teillösung des Konfliktes bestünde in der Möglichkeit, Ausgleichsflächen weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen und sie dennoch ökologisch aufzuwerten. Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Fachhochschule Trier untersucht nun, welche Konzepte sich dafür eignen. Dabei wollen die Forscher nicht nur die ökonomische Machbarkeit, sondern auch die unterschiedlichen rechtlichen Gegebenheiten in den einzelnen Bundesländern im Auge behalten. Auch die Entwicklung eines Finanzierungsmodells gehört zu ihrem Arbeitspaket. Angedacht ist zum Beispiel ein Fondsmodell, das folgendermaßen funktionieren könnte: Die Bauherren, die die Kompensationsmaßnahmen finanzieren müssen, zahlen ihre Mittel in den Fonds ein. Die Landwirte wiederum, die die ökologischen Leistungen erbringen, werden dafür aus dem Fonds bezahlt. Denn mit dem Anbau nachwachsender Rohstoffe mittels ökologisch verträglicher Methoden sind in der Regel finanzielle Ausfälle verbunden. Eine zentrale Koordinierung eines solchen Fonds böte auch die Möglichkeit, mehrere Ausgleichsmaßnahmen zu bündeln und damit größere zusammenhängende Anbau- und Naturschutzflächen zu schaffen.
Die Ergebnisse der Studie sollen im 4. Quartal 2007 vorliegen und dann in eine praktische Erprobungsphase gehen.
Tags: Rohholz