Archiv für die Kategorie „Kaminholz“

Gütezeichen Brennholz ist auf dem Markt

Ende November wurde der Gütegemeinschaft Brennholz e.V. mit Sitz in Wiesbaden vom RAL, dem Deutschen Institut für Gütesicherung, das Gütezeichen Brennholz verliehen. Mit dem Gütezeichen Brennholz soll dem Markt ein Premiumprodukt aus dem Energieholzbereich zur Verfügung gestellt werden. Die Mitglieder der Gütegemeinschaft sind verpflichtet eine umfasende Eigenüberwachung der geforderten Qualitätskriterien durchzuführen und werden regelmäßig von unabhängigen Gutachtern zusätzlich überwacht. Das Gütezeichen Brennholz können Sie hier finden.

Das Brennholzmaß

Das Brennholzmass ist Gegenstand vieler Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Brennholzhändlern. Gewicht scheidet als Maßeinheit zunächst aus, weil Brennolz einen unterschiedlichen Wasseranteil hat, der das Gewicht maßgeblich beeinflußt. Außerdem schwankt das Gewicht je nach Holzart und Holzdichte innerhalb einer Holzart, abhängig davon wie schnell oder langsam ein Baum gewachsen ist. Wird allerdings eine feste Holzfeuchte definiert, ist das Gewicht letzlich doch die beste Maßeinheit für Brennholz, weil das Gewicht der Holzmasse mit dem Heizwert eng korreliert. Im Großhandel mit Brennholz ist dieses Brennholzmaß allerdings unpraktikabel, bei Kleingebinden im Fachhandel ist dieses Maß für Kaminholz gut durchzuführen.

Das überwiegend praktizierte Brennholzmaß ist also das Volumen. Verwendet werden der Kubikmeter, der Raummeter (Ster), der Schüttraummeter und der Festmeter. Für einen Laien sind die Zusammenhänge zwischen diesen Maßeinheiten kaum zu durchschauen und deshalb kommt es immer wieder zu Problemen. Das Technologie- und Förderzentrum Straubing hat neue Umrechnungsfaktoren für Fichte und Buche hergeleitet. Als Meterholz ist in diesem Zusammenhang das klassische Brennholzsortiment aus dem Wald zu verstehen, ein Meter lange Spaltstücke oder Rundlinge, die ein oder zwei Meter hoch aufgesetzt werden. Die folgenden Umrechnungszahlen sind nur als Beispiel bzw. Näherung zu betrachten und können im Einzelfall erheblich schwanken.

 

Festmeter

(Fm)

Rundlinge geschichtet (Rm)

gespalten 1m, gekreuzt (Rm)

gespalten 1m, geschichtet (Rm) Scheite 33cm, geschichtet (Rm) Scheite 33cm, lose geschüttet (SRm)
Umrechnungsfaktoren bezogen auf einen Festmeter:
Buche

1,00

1,70

2,38

1,98

1,61

2,38

Fichte

1,00

1,55

2,07

1,80

1,55

2,52

Umrechnungsfaktoren bezogen auf einen Raummeter Rundlinge:
Buche

0,59

1,00

1,40

1,17

0,95

1,40

Fichte

0,65

1,00

1,34

1,16

1,00

1,63

Umrechnungsfaktoren bezogen auf einen Raummeter gespaltener Meterscheite:
Buche

0,50

0,86

1,20

1,00

0,81

1,20

Fichte

0,56

0,86

1,15

1,00

0,86

1,40

Umrechnungsfaktor bezogen auf einen Raummeter gestapelter 33er Scheite:
Buche

0,62

1,05

1,48

1,23

1,00

1,48

Fichte

0,64

1,00

1,33

1,16

1,00

1,62

Umrechnungsfaktoren bezogen auf einen Schüttraummeter 33er Scheite:
Buche

0,42

0,71

1,00

0,83

0,68

1,00

Fichte

0,40

0,62

0,82

0,72

0,62

1,00

Gütegemeinschaft Brennholz gegründet

Am 7. November wurde beim Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) in Sankt Augustin bei Bonn die Gütegemeinschaft Brennholz e.V. gegründet. Hier lesen Sie mehr vom Gütezeichen Brennholz.

Gründung der RAL-Gütegemeinschaft Brennholz geplant

Am 7. November findet beim RAL in Sankt Augustin die Gründung der RAL Gütegemeinschaft Brennholz e.V. statt. Das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) und der Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. (GD Holz) hatten am 6. September in Sankt Augustin über das neue RAL-Gütezeichen Brennholz informiert. Das RAL-Gütezeichen Brennholz wurde im Oktober letzten Jahres vom GD Holz beantragt und eine Arbeitsgruppe der Fachabteilung Rohholzhandel hatte bereits vorläufige Güte- und Prüfbestimmungen für Brennholz erarbeitet.

Warum ein RAL-Gütezeichen Brennholz?

In 2006 gab es einen Boom des Brennstoffs Holz. Brennholz bzw. Kaminholz zu vermarkten war in dieser Zeit relativ einfach, die Kunden haben den Händler gesucht, es gab einen ausgeprägten Verkäufermarkt. Der GD Holz verzeichnete in dieser Zeit einen rasanten Anstieg an Briefen und E-Mails von verunsicherten Verbrauchern, die mit dem Maß und mit der Qualität von gekauftem Brennholz unzufrieden waren. Die starke Nachfrage nach Informationen zeigte außerdem, dass dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V. im Sortiment Brennholz vom Endverbraucher Vertrauen entgegengebracht wird. Der Endkunde setzt auf die Sachkompetenz des Holzhandels und wendet sich an seine Organisationen. Dieser Vertrauensvorschuss und bisher fehlende Normenwerke haben die Fachabteilung Rohholzhandel dazu bewogen, die Initiative für ein Gütezeichen Brennholz zu ergreifen und dem entgegengebrachten Vertrauen nachzukommen.  Ziel war es von Anfang an in der Arbeitsgruppe, ein Prämiumprodukt im Energieholzsektor zu kreieren, das der Holzfachhandel mit seiner Beratungskompetenz für seinen Vertriebsweg nutzen kann. Die Initiative wurde von Rohholzhändlern der Fachabteilung Rohholzhandel getragen, die in den letzten Jahren ihre Aktivitäten im Brennholzsortiment verstärkt haben.

Das Interesse der Öffentlichkeit am Thema Brennholz ist ungebrochen. Der GD Holz verzeichnet immer wieder Anfragen von regionalen Zeitungen, Fachzeitschriften und auch regionalen Fernsehsendern zum Thema Energieholz und speziell Brennholz. Einer Initiative zur  Gütesicherung von Qualitätskriterien für Brennholz bzw. Kaminholz dürfte daher die öffentliche Aufmerksamkeit sicher sein. Die Vorteile eines RAL-Gütezeichens können in diesem Zusammenhang optimal ausgespielt werden. Das RAL-System mit Fremdüberwachung und Sanktionierung von Fehlverhalten nimmt einen vorderen Platz im Feld seriöser Kennzeichnungssysteme ein und dürfte daher auf ein erhöhtes Verbrauchervertrauen treffen. Die Zielgruppe für das geplante Gütezeichen Brennholz ist dementsprechend auch der Endverbraucher und das Gütezeichen soll als Marketinginstrument für ein hochwertiges Energieprodukt dienen.

Der Weg zum Gütezeichen

Am Ende einer erfolgreichen Gütesicherung steht immer die Gründung einer Gütegemeinschaft, die als selbstständiger Verein das Zeichen vertritt und die Güte- und Prüfbestimmungen erarbeitet. Die Gründung einer Gütegemeinschaft kann dabei während der Arbeit an den Güte- und Prüfbestimmungen erfolgen oder aber auch erst nach dessen Abschluss. Die Arbeitsgruppe beim GD Holz hat beschlossen, vor Abschluss der Arbeit die Gütegemeinschaft Brennholz e.V. bereits zu gründen, um das Zeichen auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Die erarbeiteten Güte- und Prüfbestimmungen dienen dabei als Arbeitsgrundlage für einen noch zu benennenden Ausschuss. Die Mitglieder der neuen Gütegemeinschaft Brennholz e.V. werden dabei diesen Prozess steuern, der GD Holz ist weiter bereit, die Kapazitäten einer funktionierenden Geschäftsstelle für diesen Prozess zur Verfügung zu stellen.

Was kostet die Mitgliedschaft in der Gütegemeinschaft Brennholz?

Für die Teilnahme an einem Gütezeichen Brennholz ist für einen Brennholzproduzenten oder Brennholzhändler natürlich der Mitgliedsbeitrag ein wichtiger Faktor. Grundsätzlich gilt natürlich, je mehr Mitglieder die Gütegemeinschaft hat, auf desto mehr Schultern lassen sich die fixen Kosten verteilen und der Beitrag kann niedriger ausfallen. Die Gütegemeinschaft Brennholz kann erst nach Gründung eine verbindliche Beitragsordnung verabschieden. Trotzdem lassen sich jetzt schon die Größenordnung des Beitrags abstecken. An fixen Kosten fallen der Beitrag an das RAL und das Betreiben einer professionellen Geschäftsstelle an. Unabhängig von der Mitgliederanzahl sind die Kosten für die Erstprüfung und die Kosten für eine jährliche Überwachung des einzelnen Gütezeicheninhabers von jeweils ca. € 500 zu veranschlagen. Auf Empfehlung des RAL soll die Fremdüberwachung von der Gütegemeinschaft organisiert werden und die überprüften Mitglieder zahlen die Kosten hierfür im Rahmen des Mitgliedsbeitrags. Wie in Wirtschaftsverbänden üblich wird auch die Gütegemeinschaft Brennholz in ihrer Satzung eine Beitragsordnung mit umsatzgestaffelten Beiträgen beschließen. Der niedrigste Beitrag dürfte dabei ohne Aufnahmegebühr und Erstprüfung bei rund € 1.000 liegen. Für die Gründung der Gütegemeinschaft sind 7 juristische Personen erforderlich, das können Einzelpersonen, Kaufleute oder Unternehmen sein. Verbände können keine ordentlichen Mitglieder einer Gütegemeinschaft sein, sie können nur fördernd ohne Mitbestimmungsmöglichkeit beitreten. Unternehmen, die Brennholz produzieren bzw. mit Brennholz handeln können an der Gründung der Gütegemeinschaft am 7. November 2007 teilnehmen, Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des GD Holz.

Verbrennen von Holz ist Verschwendung

Brüssel/Bonn, 30. Januar 2007 - Laut einer aktuellen europaweiten Studie der Pöyry Forest Industry Consulting liegt die Wertschöpfung von Holz bei der Verarbeitung zu Papier um den Faktor 4 höher als bei der Verwertung von Holz als Brennmaterial. Bei der Beschäftigung liegt der Faktor sogar sechs mal höher. Die vom Verband der Europäischen Papierindustrie CEPI in Auftrag gegebene Studie wurde anlässlich der heute unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union beginnenden European Union Sustainable Energy Week EUSEW vorgestellt.
„Die allgemeine Bioenergie-Euphorie darf wirtschaftliche Realitäten nicht vernachlässigen”, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Klaus Windhagen, anlässlich der Vorstellung der Studie. „Bevor Holzfasern verbrannt werden, lassen sich noch ein paar wertvolle Dinge daraus herstellen, zum Beispiel Papier, Holzwerkstoffe oder Möbel. Das Verbrennen von Holz ist Verschwendung von Ressourcen.” Windhagen kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die derzeitige steuerliche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland zum vermehrten Einsatz wertvollen Rohholzes als Brennmaterial führe. Dies führe zu einer künstlichen Verknappung von Holz als Rohstoff für den stofflichen Einsatz.
Berücksichtigt werden muss nach Ansicht der Papierindustrie, dass die Branche Teil einer langen Wertschöpfungskette ist, die über Druck und Verpackung bis zum Endkonsumenten führt und durch ein intensives Recycling mehrfach verlängert wird. Pöyry Forest Industry Consulting hat ausgerechnet, dass bei Ausdehnung des RechemodeNs auf die nachgelagerten Stufen der Vorsprung der Papierproduktion den Faktor 8 bei der Wertschöpfung und den Faktor 13 bei der Beschäftigung erreicht.
Die Studie ist im Internet verfügbar