Archiv für November 2010

Sperrholz

Unter dem Sammelbegriff Sperrholz werden alle Platten aus mindestens drei aufeinander-geleimten Holzlagen verstanden, deren Faserrichtungen um 90° gegeneinander versetzt sind. Durch das “Absperren” der einzelnen Lagen zueinander wird das Quellen und Schwinden besonders in Plattenebene (also in Länge und Breite der Platte) minimiert und die richtungsgebundenen Festigkeitseigenschaften des massiven Holzes homogenisiert. Die gängigen Sperrhölzer für allgemeine Zwecke werden in den Verleimungen EF (nicht wetterbeständig) und AW (bedingt wetterbeständig) angeboten.
Für das Bauwesen werden sie in den Werkstoffklassen 20, 100 und 100 G geliefert. Diese Klassen sind Anwendungsbereichen zugeordnet: Bewohnte Innenräume (Klasse 20), Feuchträume, wie Küchen und Bäder (Klasse 100), Naßräume (Klasse 100 G). In Deutschland produzierte Sperrhölzer werden nach den entsprechenden DIN-Normen, im Ausland nach entsprechenden Standards, z.B. BS (British Standards) eingeteilt und geprüft.
Ferner wird Sperrholz nach der Güte der Deckfurniere eingeteilt: Die erste Zahl/Buchstabe steht für die Qualität der Vorderseite, die zweite Zahl/Buchstabe macht Aussage zur Qualität der Plattenrückseite. Für deutsche Produkte sind dabei die DIN- oder EN-Normen maßgeblich. Ausländische Produkte werden nach ausländischen Standards (wie COFI für kanadisches, APA für nordamerikanisches Sperrholz) produziert und geliefert.

Spanplatte

Bei der Spanplattenherstellung werden unterschiedlich große beleimte Späne und/oder andere holzartige Faserstoffe zu plattenförmigen Werkstoffen verpreßt. Da der massive Holzverbund aufgehoben ist, haben diese Platten in Richtung der Plattenebene, also Länge und Breite der Platte, nahezu die gleichen Quell- und Schwindeigenschaften, allerdings auch wesentlich geringere Festigkeiten als Vollholz.

a. Aufbau
Weit überwiegend werden Spanplatten als Flachpressplatten (siehe Herstellungsverfahren) in Form von Mehrschichtplatten hergestellt. Sie bestehen zumeist aus drei bis fünf Schichten. Bei Dreischichtplatten wird die aus gröberen Spänen bestehende Mittelschicht durch feiner strukturierte Deckschichten beplankt. Fünfschichtplatten verfugen über zusätzliche Ausgleichsschichten, die sich zwischen Mittelschicht und Deckschichten befinden. Je nach Streuverfahren der Späne bei der Herstellung können Platten mit kontinuierlichem Übergang in der Spanstruktur hergestellt werden.

Die äußeren Schichten bestehen fast immer aus relativ feinem Spanmaterial, damit sich bei nachfolgenden dekorativen Beschichtungen die Spanstruktur nicht abzeichnet; dies gilt insbesondere für den Möbelbau. Die Oberflächenbeschaffenheit der Flachpreßplatten ist in DIN-Normen definiert. Die FPY-Platte für allgemeine Zwecke, z.B. für den Möbel-, Tonmöbel, Geräte- und Behälterbau, stellt an die Oberflächenbeschaffenheit geringere Anforderungen als die FPO-Platte. FPO-Platten sind Platten mit definierten kleineren Spangrößen auf der Oberfläche; die feinspanigere Oberfläche eignet sich eher für Direktlackierung, Folienbeschichtung oder Pressbeschichtung. Bauspanplatten hingegen enthalten oft flächigere Späne in den Deckschichten, wodurch die Festigkeiten der Platte verbessert werden.

b. Herstellung
Im Flachpressverfahren werden die mit Bindemittel benetzten Späne durch Streumaschinen zu Spänekuchen aufgestreut und anschließend in beheizten hydraulischen Pressen zu Spanplatten verpresst. Als Bindemittel werden die in Kapitel 8.1 beschriebenen Leime verwendet. Zur Herstellung von Zementspanplatten werden Portlandzement oder Magnesiazement verwendet. Diese Platten genügen höheren Anforderungen hinsichtlich ihres Brandverhaltens.

Während des Herstellungsprozesses können Pilzschutzmittel und Feuerschutzmittel für spezielle Plattenanforderungen beigemischt werden. V 100G Platten für das Bauwesen sind mit einem Holzschutzmittel gegen holzzerstörende Pilze geschützt.

V 20, V 100 und V 100G Platten müssen den Anforderungen der Norm voll entsprechen. Das “Merkblatt Spanplatten” gibt ebenfalls Auskunft über das Brandverhalten verschiedener Plattentypen. Nach der Herstellung können die Platten mit Furnieren, Kunststoffen, Folien oder Lacken beschichtet werden.

Anwendungsorentierte Spezialplatten, wie Fußbodenverlegeplatten (i.R. V 100 verleimt) und Bekleidungsplatten (i.R. V 20 verleimt) sind mit angefräßtem Nut- und Federprofil versehen. Über den Einsatz von Spanplatten für Fußboden-Unterböden informiert das “Merkblatt Spanplatten”.

c. Verwendung
Spanplatten haben eine breite Palette von Verwendungsmöglichkeiten mit Schwerpunkten im Möbelbau, Innenausbau und Bauwesen.

Im Rohbau wird es für Innenwände, Außenwände, Decken, Außenbekleidung, Dachschalungen und im landwirtschaftlichen Stallbau eingesetzt.

Im Ausbau werden sie für Trennwände, Wand- und Deckenbekleidungen (Paneele), Fußboden-Unterböden, Dachausbauten, Einbauschränke und Regale benutzt.

Im Möbelbau werden sie für Wohnmöbel, Küchenmöbel, Labormöbel und Büromöbel eingesetzt. Im Behälter- und Verkehrmittelbau werden sie für Verpackungen, im Silo-, Waggon-, Container- und Schiffbau eingesetzt.

Sonstige Anwendungsbereiche sind Sportböden, Schilder- und Reklametafeln, Tonmöbel (Musikinstrumentebau) und Modellbau. In vielen Venvendungsbereichen kann die Spanplatte gleichermaßen wie Sperrholz eingesetzt werden und ersetzt dieses aus Kostengründen. Dort jedoch, wo hohe Anforderungen an die Festigkeit und Formstabilität des Werkstoffs gestellt werden, ist Sperrholz klar im Vorteil.

OSB Platten

OSB-Platten haben in den letzten Jahren einen zunehmenden Marktanteil in Deutschland erreicht. OSB-Platten finden nicht nur im Bauwesen Anwendung, sondern auch für Verpackungen und im Laden- und Messebau. In diesem Merkblatt sollen die unterschiedlichen Qualitäten und die daraus sich ergebenden Anforderungen für ihre Verwendung systematisch erfasst werden.

Merkmale und Eigenschaften von OSB

Beschreibung: Bei OSB (Oriented Strand Board) handelt es sich um einen Holzwerkstoff bestehend aus mehreren Schichten, die ihrerseits aus überwiegend langen, schlanken Spänestreifen (Strands) unter Verwendung eines Bindemittels hergestellt wurden. Die Strands in den Außenschichten sind parallel zur Plattenlänge bzw. –breite ausgerichtet. Das Länge-Breite-Verhältnis der Strands liegt heute je nach Hersteller bei 5:1 bis ca. max. 8:1. Ein langer schlanker Strand in Verbindung mit einer guten Orientierung trägt zur Erhöhung der Biegeeigenschaften in Richtung der Decklage bei. Die Strands in der Mittelschicht sind i.d.R. zufällig ausgerichtet.

Allgemeines

Am Merkt sind OSB-Platten als geregeltes Bauprodukt (nach DIN EN 300, überarbeitete Fassung prEN300:2004) und als “nicht geregeltes Bauprodukt” mit bauaufsichtlicher Zulassung vertreten, beide Produktgruppen sind für die Verwendung im Bauwesen zugelassen. Bauaufsichtlich zugelassene OSB-Platten bieten technische und ökologische Kennwerte auf höherem Niveau als normkonforme OSB-Platten nach EN 300. Werden in Ausschreibungen Platten mit bauaufsichtlicher Zulassung verlangt, müssen Platten mit der geforderten Zulassung geliefert werden, weil sie spezifische Kennwerte aufweisen, mit denen der Planer offensichtlich gerechnet hat.

OSB für Bau-Zwecke (geregeltes Bauprodukt nach DIN/EN 300)

Definition: Als standardplatten gelten scharfkantige ungeschliffene OSB/3-Platten nach DIN EN 300, Nutzungsklasse 2. Das erste Maß gibt die Spanrichtung der Decklage an.

Bauschnitthölzer - künftig mit CE-Zeichen

Grundlage für das CE-Zeichen für Bauholz, das künftig das Ü -Zeichen ersetzen wird, ist die EN 14081. Seit September 2006 läuft die sog. Koexistenzphase, in der mit CE bereits gekennzeichnet werden kann und nach dem Ablauf dann mit CE gekennzeichnet werden muss. Üblicherweise beträgt diese Koexistenzphase, in der alte und neue Norm nebeneinander gelten, ein Jahr. Deutschland und andere europäische Länder haben den Antrag gestellt, diese Koexistenzphase auf zwei Jahre zu verlängern, damit sich die Wirtschaft darauf einstellen kann. Bis das bislang erforderliche und immer noch geltende Ü-Zeichen auf dem Bauholz durch das CE-Zeichen ersetzt werden kann, müssen in der Umstellungszeit noch eine Reihe von Hausaufgaben von dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt), dem DIN, den Prüfinstituten und vor allem der Sägeindustrie gemacht werden.

Die Koexistenzphase, egal ob ein oder zwei Jahre, sollte dazu genutzt werden, sich gemeinsam mit seinen Vorlieferanten, im In- oder Ausland, sich mit dem CE-Zeichen vertraut zu machen und die Voraussetzungen für eine CE-Kennzeichnung rechtzeitig in die Wege zu leiten.

1. Was bringt die neue Norm?
2. Was bedeutet das für die Sägeindustrie?
3. Was ändert sich für den Handel?
4. Was ist beim Import zu beachten?
5. Künftig “bewährte” Holzarten für das Bauwesen in Deutschland
6. CE-Zeichen – Beispiele für Kennzeichnung

1. Was bringt die neue Norm?

Die harmonisierte europäische Norm ist ein “riesen Schritt” europa- und weltweit in Richtung
- Harmonisierung und Standardisierung des Bauschnittholzes,
- freier Warenverkehr, also die europa- und weltweite Handelbarkeit mit Bauschnittholzsortimenten im Im- und Export und
- das Bauen mit Holz.

Bauschnittholz wird für den Statiker berechenbarer: passend zu bestimmten statischen Rechenwerten (charakteristische Rechenwerte/Festigkeitsklassen) kann der Statiker sich aus der Palette von Holzarten entsprechend in Sortierklassen festigkeitssortiertes Holz aussuchen. Auch der umgekehrte Weg ist denkbar: unter Berücksichtigung der am Markt verfügbaren nach Festigkeit sortierten Schnittholzsortimenten kann er rechnen und nach ” Festigkeitsklassen” bemessen und danach bestellen.

Die CE-Kennzeichnung muss – wie bisher auch schon das Ü-Zeichen – möglichst auf dem Produkt angebracht werden. Ist die direkte Kennzeichnung auf dem Produkt aus optischen Gründen nicht erwünscht, so ist für jedes Los auf dem Lieferschein bzw. auf den Begleitpapieren mit CE zu kennzeichnen.

Weiterhin dürfte die Norm einen Schub bei der maschinellen Festigkeitssortierung bringen.