Archiv für Februar 2007

Kraftstoffe der Zukunft 2007

5. internationaler BBE/UFOP-Fachkongress für Biokraftstoffe am 26./27. November 2007 im Internationales Kongresszentrum Berlin ICC.

Der Bundesverband BioEnergie (BBE) und die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) veranstalten alljährlich den Internationalen Fachkongress für Biokraftstoffe “Kraftstoffe der Zukunft”, um mit Vertretern aus Wirtschaft,Wissenschaft und Politik die aktuellen Entwicklungen des Biokraftstoffmarktes in Deutschland und Europa zu diskutieren. Am 26. und 27. November 2007 treffen sich somit bereits zum fünften mal Entscheidungsträger aus der Biokraftstoffindustrie, der Landwirtschaft, der Mineralöl- und Automobilindustrie, dem Speditions- und Logistikgewerbe, aus Wissenschaft und Forschung sowie der Politik im ICC Berlin, um den künftigen Handlungsbedarf für den Ausbau des Biokraftstoffmarktes in Deutschland und Europa zu erörtern. Mit 900 internationalen Kongressteilnehmern aus über 40 Nationen in 2006 konnte sich der Fachkongress fest als europäische Leitveranstaltung zum Thema Biokraftstoffe und zentrale Plattform für den Erfahrungsaustausch der beteiligten Akteure etablieren.

Bis zum 16. März können noch Themen oder konkrete Vortragswünsche für den Fachkongress “Kraftstoffe der Zukunft 2007″ am 26./27.11.2007 mit beigefügtem “Call for Papers” dem Bundesverband BioEnergie (BBE) mitgeteilt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Sponsorings eine exklusive Ausstellungsfläche im Foyer des Veranstaltungsortes reservieren zu lassen. Interessensbekundungen nimmt die Geschäftsstelle des BBE gerne entgegen.

Der “Call for Papers” steht auf den Internetseiten des BBE unter www.bioenergie.de/kraftstoffe-der-zukunft.htm als Download zur Verfügung.

 

Mehr Bioenergie durch Naturschutz

Nachwachsende Rohstoffe auf Ausgleichsflächen
In Deutschland gehen jedes Jahr mehrere 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren, durch Baumaßnahmen, aber auch durch die anschließenden naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen - ein potenzieller Konfliktherd zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Zu entschärfen wäre er, wenn sich auf den Ausgleichsflächen nachwachsende Rohstoffe anbauen und die Flächen dadurch ökologisch aufwerten ließen. Zudem stünde damit mehr Platz für den Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung. Die Möglichkeiten eines solchen Mehrnutzungskonzeptes sowie die dafür geeigneten Anbaukonzepte untersucht nun das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Fachhochschule Trier bis Ende September dieses Jahres. Gefördert wird das Projekt von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Die heute gängige Naturschutzpraxis mit ihrer Schaffung von Ausgleichsflächen für bauliche Eingriffe in die Natur ist selbst unter Naturschützern umstritten. Sie hat mancherorts zu einem Flickenteppich von relativ beliebigen kleinen und Kleinstflächen geführt, die nach einer anfänglichen obligatorischen Pflegezeit häufig aus Kostengründen sich selbst überlassen bleiben. Chancen für eine konzeptionelle Bündelung und Abstimmung der Maßnahmen werden so verspielt. Aus Sicht der Landwirtschaft führt die Regelung zu einem doppelten Flächenverlust: Einmal durch die Baumaßnahme selbst, zum zweiten durch die Ausgleichsmaßnahme.
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzenproduktion gewinnt dieser Tatbestand zusätzlich an Bedeutung.
Eine Teillösung des Konfliktes bestünde in der Möglichkeit, Ausgleichsflächen weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen und sie dennoch ökologisch aufzuwerten. Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Fachhochschule Trier untersucht nun, welche Konzepte sich dafür eignen. Dabei wollen die Forscher nicht nur die ökonomische Machbarkeit, sondern auch die unterschiedlichen rechtlichen Gegebenheiten in den einzelnen Bundesländern im Auge behalten. Auch die Entwicklung eines Finanzierungsmodells gehört zu ihrem Arbeitspaket. Angedacht ist zum Beispiel ein Fondsmodell, das folgendermaßen funktionieren könnte: Die Bauherren, die die Kompensationsmaßnahmen finanzieren müssen, zahlen ihre Mittel in den Fonds ein. Die Landwirte wiederum, die die ökologischen Leistungen erbringen, werden dafür aus dem Fonds bezahlt. Denn mit dem Anbau nachwachsender Rohstoffe mittels ökologisch verträglicher Methoden sind in der Regel finanzielle Ausfälle verbunden. Eine zentrale Koordinierung eines solchen Fonds böte auch die Möglichkeit, mehrere Ausgleichsmaßnahmen zu bündeln und damit größere zusammenhängende Anbau- und Naturschutzflächen zu schaffen.
Die Ergebnisse der Studie sollen im 4. Quartal 2007 vorliegen und dann in eine praktische Erprobungsphase gehen.

Verbrennen von Holz ist Verschwendung

Brüssel/Bonn, 30. Januar 2007 - Laut einer aktuellen europaweiten Studie der Pöyry Forest Industry Consulting liegt die Wertschöpfung von Holz bei der Verarbeitung zu Papier um den Faktor 4 höher als bei der Verwertung von Holz als Brennmaterial. Bei der Beschäftigung liegt der Faktor sogar sechs mal höher. Die vom Verband der Europäischen Papierindustrie CEPI in Auftrag gegebene Studie wurde anlässlich der heute unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union beginnenden European Union Sustainable Energy Week EUSEW vorgestellt.
„Die allgemeine Bioenergie-Euphorie darf wirtschaftliche Realitäten nicht vernachlässigen”, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Klaus Windhagen, anlässlich der Vorstellung der Studie. „Bevor Holzfasern verbrannt werden, lassen sich noch ein paar wertvolle Dinge daraus herstellen, zum Beispiel Papier, Holzwerkstoffe oder Möbel. Das Verbrennen von Holz ist Verschwendung von Ressourcen.” Windhagen kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die derzeitige steuerliche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland zum vermehrten Einsatz wertvollen Rohholzes als Brennmaterial führe. Dies führe zu einer künstlichen Verknappung von Holz als Rohstoff für den stofflichen Einsatz.
Berücksichtigt werden muss nach Ansicht der Papierindustrie, dass die Branche Teil einer langen Wertschöpfungskette ist, die über Druck und Verpackung bis zum Endkonsumenten führt und durch ein intensives Recycling mehrfach verlängert wird. Pöyry Forest Industry Consulting hat ausgerechnet, dass bei Ausdehnung des RechemodeNs auf die nachgelagerten Stufen der Vorsprung der Papierproduktion den Faktor 8 bei der Wertschöpfung und den Faktor 13 bei der Beschäftigung erreicht.
Die Studie ist im Internet verfügbar