Archiv für September 2006

EU fördert den Holzverbrauch in den nächsten Jahren

Die EU will bis zum Jahre 2010 die erneuerbaren Energien auf 12 % des Bruttoinlandsverbrauchs steigern. 2001 betrug der Anteil 6 %, so dass innerhalb von 9 Jahren eine Verdoppelung geplant ist. Der Focus soll hierbei auf Stromerzeugung, Heizung und Verkehr liegen. Eine wichtige Rolle wird Holz spielen, das ungenutzte Potenzial in den EU 15 Staaten beträgt 160 Mio. fm.
Im Bereich Verkehr ist geplant, Treibstoff auf Erdölbasis durch Treibstoffe aus Biomasse zu ersetzen. Zunächst soll bis 2010 der Anteil Biodiesels auf 2 % gesteigert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen verhandelt derzeit mit der Firma Choren aus Freiberg/Sachsen über die Ansiedelung von 2 Anlagen zur Biomassevergasung bzw. Treibstoffgewinnung aus erneuerbaren Energien. Grundsätzlich können alle organischen Materialien eingesetzt werden, Holz wird aber eine besondere Rolle spielen. Bis zum Jahre 2009 plant Choren in Zusammenarbeit mit Shell in Deutschland 4 Anlagen zu errichten. Standorte in Uelzen und Lubmin stehen bereits fest. Die 4 Anlagen sollen 1 Mio. t Biodiesel produzieren, benötigt werden dazu 4 Mio. t atro Biomasse. Hierfür sollen bisher ungenutzte Potenziale im Wald in Form von Kronen genutzt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen testet zurzeit Ernteverfahren, die zum Einen das Hacken im Wald vorsehen, zum Anderen aber mittels der sogenannten Bündlertechnik das Kronenmaterial bis zum Werk anliefern. Diese Bündlertechnik ist das Standardverfahren in Finnland zur Gewinnung von Energieholz. In kleinen Testanlagen wird das Verfahren zurzeit ausprobiert, Choren hat in Gesprächen mit der Landesforstverwaltung signalisiert, im Mittel 61 Euro pro t atro Biomasse frei Werk bezahlen zu kö nnen. Die Produktionskosten des synthetischen Kraftstoffs werden auf 40 Cent pro Liter geschätzt. Der Kraftstoff soll ohne technische Veränderungen in allen Dieselfahrzeugen eingesetzt wer den können, die Automobilindustrie entwickelt derzeit Motoren, die einen noch besseren Wirkungsgrad haben.